Liebe Eltern,

aufgrund der Neuerungen seit der letzten und ab der nächsten Woche möchten wir als Vorstand uns einmal direkt an euch wenden. Die letzten Wochen haben allen viel abverlangt, in gewissem Maße unseren Kindern am meisten. Mit 1,5m Abstand spielt es sich nicht gut, Freunde werden vermisst, Erzieher, die Kita, Großeltern. Auch unsere Kinder fragen zunehmend nach ihren Kumpels, fragen, wann Corona endlich weg ist und langweilen sich manchmal einfach zu Tode.

Wie aber läuft es in der Kita? In den letzten Wochen ist die Notbetreuungsgruppe stetig gewachsen. Zunächst fingen wir mit manchmal einem, manchmal zwei Kindern an. Letzte Woche sind wir dann schon bei 10 Kindern angekommen. Um die Betreuung kümmerten sich Silva, Erik und Lisa wochenweise im Wechsel. Als Zeiten wurde abgedeckt, was notwendig war. Betreut wurden wegen der Krippenkinder alle in der Krippe, auch die Kindergartenkinder. Gott sei Dank war das Wetter gut, sodass die Bande meist im Hof spielen konnte.

Ab der nächsten Woche wird das alles anders. Das hat mehrere Gründe. Zum einen müssen wir explizite Hygieneverordnungen umsetzen. Dazu zählt, dass die Gruppengröße 10 Kinder nicht überschreiten darf. Einzelgruppe dürfen sich nicht treffen, auch nicht auf dem Hof, beim Bringen/ Holen oder beim Essen. Dasselbe gilt für die Erzieher dieser Einzelgruppen. Geschwisterkinder sollten nicht getrennt werden. Unser offenes räumliches Konzept macht diese Umsetzung besonders im Kindergarten schwer. Zum anderen sind durch die neuen Regelungen bei uns bedeutend mehr Anträge zur Notbetreuung eingegangen.

Daraus ergibt sich, dass wir die Kinder nun in Gruppen einteilen. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten wird es in Krippe und Kindergarten jeweils zwei Gruppen à 10 Kinder geben. Da sich die Kinder auch im Hof nicht treffen dürfen, werden die Krippenkinder den großen Hof nicht mehr mitnutzen können. Zudem gehen die Gruppen gestaffelt nach draußen. Da wir zu Normalbetrieb-Zeiten bedeutend mehr Kindergarten- als Krippenkinder in der Einrichtung haben, sind Kindergarten-Geschwister zu ihren Krippen-Geschwistern eingeteilt und werden mit in der Krippe betreut.

Diese ganze Situation hat für uns als Vorstand, für die Kinder und für die beteiligten Erzieher etwas Surreales. Was Corona weiter bringt, auch in Bezug neuer Auflagen, wird man sehen.

Wir hoffen, wir konnten euch die Situation begreiflich machen. Zum Abschluss kommt nun unser Aufruf und zum Teil auch eine Entschuldigung. Wir können in der Kita nach den derzeitigen Verordnungen von unseren normalerweise 90 nun maximal 40 Kinder betreuen. Wir hoffen, dass wir eine Kernzeit von 8 bis 16h abdecken können, zumindest für einzelne Gruppen. Ich verstehe, dass es für viele Eltern um die eigene Existenz geht und Arbeitgeber langsam zunehmend Druck machen. Stand Donnerstag, 23.04.20, d.h. zur letzten Vorstandssitzung, lagen bei Christine bereits knapp 40 Anträge auf Notbetreuung auf dem Tisch. Würden wir diese alle zulassen, wäre die Kita damit voll belegt und es gäbe keinerlei Reserve mehr für Eltern, die später in die Betreuung müssten, beispielsweise wegen Ende der Elternzeit. Da wir niemanden nach 1, 2 Monaten Betreuung mit den Worten „Es kam jetzt leider ein Antrag von jemandem, der systemrelevanter ist als ihr“ aus der Notbetreuung werfen wollen und können, haben wir Christine angewiesen, Anträge nur streng nach der Liste systemrelevanter Berufe der Landesregierung zuzulassen.

Das bedeutet, dass es Absagen geben wird. Eine Absage von uns bedeutet keine endgültige Absage. Es bedeutet nur, dass wir, soweit wir das entscheiden können, die eindeutigen Fälle selber zulassen, nicht eindeutige aber ans Jugendamt verweisen. Wir denken, dass wir so die fairste Entscheidung treffen können.

Wir möchten euch bitten, noch einmal in eurer Umgebung nach Möglichkeiten zu suchen. Auch nur ein einziger nicht-verbrachter Tag in der Notbetreuung oder eine Möglichkeit, früher abgeholt zu werden, hilft uns schon, die Situation zu entzerren.

Bis dahin, bleibt gesund.

Elisabeth Gambert

Der Vorstand